Einleitung

Willkommen beim KOMPASS, dem Online-Werkzeug zur Menschenrechtsbildung mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen!

Wir hoffen, dass Sie hier die nötigen Ideen, Inspiration und Motivation finden können, um sich an Menschenrechtsbildung mit Jugendlichen zu wagen. Der KOMPASS wurde im Rahmen des Jugendprogramms Menschenrechtsbildung des Direktorats für Jugend und Sport im Europarat entwickelt. Dieses Programm startete im Jahr 2000 anlässlich des 50. Jahrestages der Europäischen Menschenrechtskonvention. Es will die Menschenrechte ins Zentrum der Jugendarbeit rücken und damit die Menschenrechtsbildung als Querschnittsthema integrieren.

Menschenrechtsbildung, also Bildungsprogramme und -aktivitäten zur Förderung von Gleichheit und Menschenwürde, sind von unschätzbarem Wert bei der Herausbildung einer europäischen Dimension von bürgerschaftlichem und zivilgesellschaftlichem Engagement. Neben dem Programm Menschenrechtsbildung entwickelte der Europarat Programme zur interkulturellen Bildung, zur Partizipation sowie zum Empowerment von Minderheiten und Jugendlichen. Diese Programme können als Katalysator für praktisches Handeln wirken und Synergien erzeugen. Wer in der ausserschulischen Bildung mit Jugendlichen arbeitet, sollte in der Lage sein, Entwicklung, Praxis und Herausforderungen der Menschenrechte im Hinblick auf ihre Universalität, Unteilbarkeit, Unveräusserlichkeit und ihre Bedeutung für junge Menschen in der Gegenwart miteinzubeziehen.

Der Jugendbereich des Europarates hat – vor allem durch die Europäischen Jugendzentren und das Europäische Jugendwerk – eine unbestrittene Reputation und fachliche Kompetenz bei der Entwicklung verschiedener Bildungsansätze und Materialien erworben. Diese Konzepte und Materialien können in der Schule ebenso genutzt werden wie in ausserschulischer Bildung und lassen sich in verschiedenen kulturellen Umfeldern einsetzen. Die Arbeit mit Multiplikator/innen, die Wirkung von Projekten wie der Jugendkampagne «Alle anders – alle gleich» und vielfältige längerfristige Bildungsprogramme tragen zur Entwicklung von Projekten bei, die ihre Wirkung vor Ort entfalten und gleichzeitig in einem europäischen Kontext stehen.

Die Ereignisse der letzten Jahre haben das Fundament einer Kultur des Friedens und der Menschenrechte erschüttert und zeigen deutlich, dass Menschenrechtsbildung klarer, bewusster und erkennbarer angegangen werden muss.

In diesem Zusammenhang strebt das Jugendprogramm Menschenrechtsbildung folgende Ziele an:

  • Die Integration der Menschenrechtsbildung als Querschnittsthema in die praktische Jugendarbeit
  • Die Wertschätzung und Weiterentwicklung der ausserschulischen Jugendbildung als Form der Menschenrechtsbildung
  • Die Würdigung von Jugendlichen und Jugendorganisationen als wichtige Ressource für die Menschenrechtsbildung und die Zivilgesellschaft in Europa
  • Die Förderung eines breiten Verständnisses der Menschenrechtsbildung bei gleichzeitigem Respekt der bestehenden Vielfalt der Jugendlichen und der soziokulturellen Wirklichkeiten im heutigen Europa
  • Die Entwicklung neuer inhaltsorientierter Netzwerke und Synergien mit Partnern in ausserschulischer und schulischer Bildung
  • Das Erreichen eines maximalen «Multiplikationseffektes» durch die Einbindung von Praktiker/innen, Fachpersonen und Partnerorganisationen auf nationaler und kommunaler Ebene
  • Die Bereitstellung von neuem, auf der Menschenrechtsbildung basierendem pädagogischem Handwerkszeug für Personen in ganz Europa, die in der Jugendarbeit tätig sind
  • Die Integration der gesammelten Erfahrungen sowohl in die Praxis der interkulturellen und non-formalen Bildungsarbeit als auch in die Forschung
  • Die Berücksichtigung von Innovationen in Bildungsansätzen und Medien