Tipps für die Durchführung

In der ersten Diskussion (nach dem Vorlesen von Teil 1) muss jeder Hinweis auf die Situation der beiden Männer unterbleiben. Versuchen Sie, den Teilnehmenden ihren Eindruck von den Charakteren zu entlocken, ohne einen bestimmten Grund dafür anzugeben. Die Teilnehmenden sollen sich über die menschliche Seite der beiden Männer Gedanken machen, ohne etwas über die äusseren Umstände oder die Vergangenheit zu wissen.

Der Grund für den Austausch der Berichte am Ende von Schritt 1 ist, dass die Teilnehmenden merken, wie unterschiedlich genau dieselbe Information wahrgenommen und erinnert werden kann. Um zu vermeiden, dass die Berichte schüchtern zurückgehalten werden, sollten Sie darauf hinweisen, dass dies kein «Test» ist, sondern nur unterschiedliche Blickwinkel aufzeigen soll. Bitten Sie diejenigen, deren Berichte sich radikal von denen der anderen unterscheiden, um eine Erläuterung. Fragen Sie nach den Gründen – beispielsweise warum einige bestimmte Informationen behielten, die andere ausgelassen haben.

Die Aktivität wird wahrscheinlich mehr Fragen aufwerfen, als Sie in einem Block behandeln können, daher sollten Sie die Diskussion eingrenzen und verhindern, dass sie ausufert, z.B. auf das Thema Todesstrafe selbst. Versuchen Sie die Diskussion auf die folgenden Grundfragen zu fokussieren: 

  1. Die Neigung des Staates und jedes Einzelnen, Menschen aufgrund von etwas zu "verurteilen", was sie (wie wir glauben) getan haben. Das ist es vermutlich, woran Dwight denkt, wenn er sagt, man solle andere nicht so verurteilen, wie der Staat ihn (und Nanon) verurteilt hat. Der Staat hat sie tatsächlich als Menschen abgeschrieben, aufgrund von etwas, das sie (seiner Meinung nach) in der Vergangenheit getan haben. 
  2. Selbst so genannte «hartgesottene Kriminelle» besitzen und behalten ihre angeborenen menschlichen Eigenschaften – nicht nur «die Fürsorge und das Mitgefühl», von denen Dwight spricht, sondern auch die «Frustration und Depression», die Nanon als Folge der Verurteilung beschreibt.
  3. Bei der Diskussion über das «Recht auf Leben» sollten Sie das Gespräch darauf lenken, ob diese beiden Menschen immer noch das Recht auf Leben haben – und wenn nicht, wie man ein solches Recht «verlieren» kann. Hat irgendjemand die Befugnis, anderen Menschen dieses Recht abzusprechen, selbst wenn diese ein Verbrechen begangen haben?