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Definitionen von Rassismus

Grob gesagt, besteht Rassismus aus Handlungen, Redeweisen oder Einstellungen, die Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Kultur oder ethnischen Herkunft bevorzugen oder benachteiligen. Seine subtileren Formen richten ebenso viel Schaden an wie unverhüllte Formen.

Institutionalisierter Rassismus ist das kollektive Versagen einer Organisation, einer Gruppe von Menschen angemessene und professionelle Dienstleistungen zu bieten, und zwar aufgrund deren Hautfarbe, Kultur oder ethnischer Herkunft. Dieser ist in Vorgängen, Einstellungen und Verhaltensweisen erkennbar, die durch Vorurteile, Unwissenheit, Gedankenlosigkeit und rassistische Klischees diskriminierend wirken und Angehörige ethnischer Minderheiten benachteiligen. Rassistische Vorfälle und Schikanen können in jeder Institution vorkommen, egal wie viele Schüler/innen mit unterschiedlichem ethnischem Hintergrund dort tatsächlich vorhanden sind.

Ein rassistischer Vorfall ist ein Vorfall, den das Opfer oder irgendjemand anders als rassistisch empfindet.

 

Was für Vorfälle können als rassistisch betrachtet werden?

Die im Folgenden aufgelisteten Handlungen können als rassistische Vorfälle betrachtet werden:

Körperliche Belästigung: umfasst die offensichtlicheren Beispiele gewalttätiger Angriffe oder körperlicher Einschüchterung von Kindern oder Erwachsenen aus Minderheitengruppen, ebenso „geringfügigere“ Einschüchterungen, die sich in ihrer Wirkung summieren können.

Verbale Belästigung: Beschimpfung der Angehörigen von Minderheiten und jede Lächerlichmachung des Hintergrunds oder der Kultur einer Person (z.B. Musik, Kleidung oder Essgewohnheiten) sind die offensichtlichsten Beispiele. Es gibt auch weniger offensichtliche Formen verbaler Misshandlung durch Lehrer/innen, Schüler/innen oder andere Erwachsene, z.B. spontane rassistische Bemerkungen, die beleidigend sind.

Verweigerung der Zusammenarbeit und Verachtung: Die Weigerung von Angehörigen der Schule/Bildungseinrichtung, mit Angehörigen von Minderheiten zusammenzuarbeiten, seien es Schüler/innen, Lehrer/innen, Ausbilder/innen, Jugendleiter/innen und andere, kann einen rassistischen Vorfall darstellen, wenn erkennbar ist, dass dies aus rassistischen Gründen geschieht oder wenn die Betroffenen dies so empfinden. Auch Verachtung kann unbeabsichtigt sein, wenn sich z.B. ein/e Lehrer/in gegenüber den kulturellen Gewohnheiten eines Schülers/einer Schülerin derart ignorant zeigt, dass der/die Betroffene sich belästigt oder unangenehm berührt fühlt.

Andere Vorfälle: rassistische Witze und rassistisches Vokabular, das Tragen von rassistischen Insignien, Ansteckern, T-Shirts etc., rassistische Graffiti, das Verteilen rassistischer Literatur oder Plakate, die Anwesenheit rassistischer oder faschistischer Organisationen in der Schule oder in der Nähe sowie die Verbreitung von möglicherweise diskriminierenden Klischees durch Erwachsene.

Viele rassistische Vorfälle haben eher unterschwelligen Charakter. Solche Hinterhältigkeiten sind oft am schwierigsten aufzudecken und zu verarbeiten. Viele rassistische Vorfälle unter Schüler/innen oder Student/innen ereignen sich nicht in Anwesenheit von Lehrpersonen oder anderen Erwachsenen. Daher ist es wichtig, dass Schulen Strategien entwickeln, um die gesamte Schulgemeinschaft für solche Vorfälle zu sensibilisieren, damit sie diese thematisieren.

 

Praktische Gesichtspunkte für die Entwicklung einer antirassistischen Strategie

Für den Umgang mit rassistischen Schikanen und Vorfällen muss die Institution Schule (oder die Organisation) eine Strategie entwickeln und umsetzen. Es ist wichtig, dass sich der Umgang mit rassistischen Vorfällen mit der allgemeinen Politik und Praxis der Schule/Organisation deckt. Die Punkte sind als „besonders, aber nicht separat“ anzusehen. Praktische Gesichtspunkte sind:

  • Eine eindeutige politische Stellungnahme muss klarstellen, dass rassistische Vorfälle oder rassistische Schikanen auf keinen Fall geduldet werden.
  • Die Schule sollte eine klare Aussage treffen, wie bei einem rassistischen Vorfall vorzugehen ist.
  • Die gesamte Strategie der Schule einschließlich des Vorgehens bei rassistischen Vorfällen muss sich auf alle Angehörigen der Einrichtung erstrecken: Schulleitung, Angestellte (Lehrende und andere), Eltern, Schüler/innen, und Besucher/innen.
  • Es darf kein Zweifel daran bestehen, dass alle Angehörigen einer Schulgemeinschaft die Pflicht haben, rassistische Schikanen und Vorfälle zu überwachen und dagegen vorzugehen.
  • Die Strategie sollte konsequent sein, damit allen Beteiligten bewusst ist, was von ihnen erwartet wird.
  • Es sollte klargestellt werden, dass auf einen Vorfall unmittelbar reagiert werden muss, sobald er auftritt oder bekannt wird.
  • Jede weitere Reaktion auf einen Vorfall sollte innerhalb eines vorher vereinbarten Zeitplans erfolgen.

(Quelle: Northamptonshire Country Council)