Tipps für die Durchführung

Diese übung erfordert ein besonders hohes Mass an Verantwortung, Sensibilität und Bereitschaft seitens der Moderation, auf den/die Einzelne/n einzugehen. Es ist daher hilfreich, die übung mindestens zu zweit zu moderieren. Wenn Sie die Teilnehmenden auffordern, über Vorfälle von Gewalt in ihrem Leben nachzudenken, sollten Sie darauf hinweisen, dass die Einzelnen Situationen aus ihrem Alltag auswählen, die sie emotional nicht überfordern und die sie der Gruppe auch wirklich mitteilen wollen. Wenn in Ihrer Gruppe mehr als zehn Personen sind, sollten Sie für die Erzählungen aus dem eigenen Leben Kleingruppen bilden. Betonen Sie, dass die übung das Ziel hat, Kompetenzen im Umgang mit Gewalt zu entwickeln, indem die Teilnehmenden die Gründe für Gewalt erkennen, Gefühle und Emotionen anerkennen und lernen, sich bestimmt genug zu verhalten, um eine Situation unter Kontrolle zu bekommen und auf Gewalt mit gewaltlosen Mitteln reagieren zu können. Erinnern Sie die Anwesenden auch an den Artikel 1 der Allgemeinen Deklaration der Menschenrechte: «Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren». Wenn man erwartet, dass andere diesen Artikel befolgen, muss man sich auch selbst daran halten.

Nahezu alle Kinder und Jugendlichen haben in ihrem Leben Erfahrungen mit Gewalt gemacht. Diese sind in manchen Fällen schwerwiegend und möglicherweise traumatisch (z.B. sexualisierte Gewalt). Vielleicht werden Erinnerungen durch diese übung ausgelöst, die Teilnehmende Ihnen im Vertrauen mitteilen wollen. Oder Sie beobachten, dass Einzelne sich anders verhalten als gewohnt, sich zurückziehen oder unvermittelt aggressiv sind. Darauf sollten Sie vorbereitet sein. Sie sollten Telefonnummern und Adressen von wichtigen Beratungseinrichtungen kennen, die sie Einzelnen bei Bedarf weitergeben können.*