Tipps für die Durchführung

Berücksichtigen Sie den gesellschaftlichen Kontext, in dem Sie arbeiten, und passen Sie die übung entsprechend an. In dieser Aktivität erhalten die Teilnehmenden Gelegenheit, über ihre eigene Sexualität und die gesellschaftlichen Normen nachzudenken. Sie sollen ermuntert werden, selbstbewusst ihre Ansicht zu äussern und ebenso auch andere Ansichten zu tolerieren. Es geht hier nicht darum, sie von einer bestimmten Ansicht zu überzeugen oder einen Konsens herbeizuführen.

Es wird empfohlen, sich mithilfe der Hintergrundinformationen über Gender, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit auf diese Aktivität vorzubereiten. überlegen Sie, was für Themen angesprochen werden könnten. Hier eine Auswahl häufig gestellter Fragen:

  • Was ist Homosexualität?
  • Was ist der Unterschied zwischen Heteros, Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen?
  • Ist Homosexualität eine Krankheit?
  • Wie wird man schwul oder lesbisch?
  • Was ist mit dem AIDS-Risiko?
  • In einigen Ländern werden gleichgeschlechtliche Lebensweisen akzeptiert und Schwule und Lesben können heiraten, in andern werden sie mit der Todesstrafe bedroht.
  • Wie haben Lesben und Schwule Sex?

Für Sie als Moderator/in ist es ausserdem wichtig, sich über Ihre eigenen Werte und überzeugungen klar zu werden, also darüber, was Sie für sich, Ihre Familie und andere richtig finden. Denken Sie daran, dass diese Werte sich in allem widerspiegeln, was Sie tun und sagen, und auch in dem, was Sie nicht tun oder sagen. Entscheidend ist, dass Sie Ihre eigenen Werte und Vorurteile eingestehen und wissen, wo sie herkommen, damit auch die Teilnehmenden Einsichten über die Herkunft ihrer Werte gewinnen können.

Das Brainstorming über berühmte Menschen, die sich über ihre Sexualität öffentlich geäussert haben, soll die Teilnehmenden dazu bringen, sich selbst für eine Diskussion über Sexualität zu öffnen. Ausserdem ist dies eine Gelegenheit, Begriffe wie schwul und lesbisch, homosexuell, heterosexuell, bisexuell und transsexuell zu klären (siehe Hintergrundinformation).

Ihre Rolle trägt entscheidend zum allgemeinen Ton innerhalb der übung bei. Es ist eine gute Idee, als Moderator/in in der Rolle von Diskussionsteilnehmer/innen einzusteigen. So könnte z.B. eine/r von Ihnen so anfangen: „Hast du schon gehört? Peter hat verkündet, er sei schwul!“ Der/die andere könnte erwidern: „Nein, das hätte ich nie gedacht! Ich meine, er sieht überhaupt nicht so aus.“ Auf diese Weise implizieren Sie, dass Sie sich über einen gemeinsamen Freund und daher auf „konkreter“ Ebene unterhalten und keine theoretische Diskussion führen. Das hilft auch bei der Eröffnung einer Diskussion darüber, was die Teilnehmenden über Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung wissen und welche Einstellung sie dazu haben.

Es ist zu hoffen, dass jemand aus dem Publikum Sie schnell ersetzt, sodass Sie die Diskussion den Teilnehmenden überlassen können. Sie sollten sie jedoch weiter beobachten und sich die Möglichkeit offen halten, noch einmal in die Fishbowl einzusteigen. Dadurch können Sie nötigenfalls diskret in die Diskussion eingreifen, entweder um ihr eine neue Richtung zu geben oder um eine Person, die sich nicht an die Regeln hält, taktvoll zu entfernen.

Wenn Sie wollen, können Sie eine Regel einführen, dass eine bestimmte Ansicht nur einmal geäussert werden darf. So lässt sich verhindern, dass sich die Diskussion nur auf wenige Aspekte eines Themas konzentriert und die Teilnehmenden populäre Vorurteile mehrmals wiederholen.