1. Legen Sie das Szenario fest. Erläutern Sie, dass das Recht, nicht aufgrund der sexuellen Orientierung diskriminiert zu werden, ein fundamentales Menschenrecht ist, auch wenn die meisten Menschen Sexualität als Privatangelegenheit betrachten, und dies von der Gesetzgebung in den meisten europäischen Ländern geschützt wird. Diese übung bietet Gelegenheit, Einstellungen gegenüber unterschiedlichen sexuellen Orientierungen zu hinterfragen. Führen Sie zum Aufwärmen ein Brainstorming durch: Tragen Sie berühmte Menschen zusammen, die sich öffentlich zu ihrer Sexualität geäussert haben. 
  2. Verteilen Sie Zettel und Stifte und bitten Sie die Teilnehmenden, alle Fragen aufzuschreiben, die sie zu Sexualität und sexueller Orientierung ganz allgemein haben. Die Zettel werden dann in den Hut geworfen. Die Fragen sollten anonym gestellt werden.
  3. Erläutern Sie, dass in dieser übung Einstellungen zur Sexualität und insbesondere zur Homosexualität untersucht werden sollen. Alle Anwesenden dürfen ungehindert ihre Meinung äussern, egal ob sie konventionell oder unkonventionell, umstritten oder eine Herausforderung gesellschaftlicher Normen ist. Alle können Ansichten darlegen, denen sie zustimmen oder die sie ablehnen, ohne Angst, sich lächerlich oder verächtlich zu machen. 
  4. Stellen Sie drei Stühle im Halbkreis vor der Gruppe auf. Diese sind für die drei Gesprächspartner/innen in der «Fishbowl», dem Innenkreis. Der Rest der Gruppe sitzt als Beobachtende im Aussenkreis.
  5. Erläutern Sie, dass sich zunächst zwei Freiwillige mit Ihnen in der «Fishbowl» unterhalten werden. Wenn später jemand anderes dazustossen möchte, dann kann er/sie das tun, doch da in der Fishbowl nur Platz für drei Fische ist, muss eine andere Person dafür ausscheiden. Wer sich an der Unterhaltung beteiligen will, soll nach vorne kommen und einem der drei Diskutierenden auf die Schulter tippen. Die beiden tauschen die Plätze und der/die ursprüngliche Gesprächsteilnehmer/in wechselt nun zu den Beobachtenden. 
  6. Ermuntern Sie die Teilnehmenden, ihre eigene Meinung vorzubringen, oder auch andere Meinungen, die nicht unbedingt ihre eigenen sein müssen. Auf diese Weise können Ansichten, die umstritten, nicht «p.c.» oder undenkbar sind, zum Ausdruck gebracht und aus vielen verschiedenen Perspektiven gründlich diskutiert werden. 
  7. Auf einzelne Gruppenmitglieder gemünzte beleidigende oder verletzende Kommentare sind verboten. 
  8. Eine freiwillige Person zieht eine Frage aus dem Hut und beginnt mit der Diskussion darüber. Lassen Sie die Diskussion laufen, bis das Thema erschöpft ist und Argumente wiederholt werden. 
  9. Bitten Sie dann drei Freiwillige, eine andere Frage zu diskutieren, und beginnen Sie eine weitere Runde nach denselben Regeln.
  10. Diskutieren Sie so viele Fragen, wie in Anbetracht der zur Verfügung stehenden Zeit und der Interessen der Gruppe angemessen sind. Legen Sie eine kurze Pause ein, bevor Sie zur Auswertung übergehen, damit alle Zeit haben, innerlich aus der «Fishbowl» auszusteigen. Dies ist besonders wichtig, wenn die Diskussion hitzig und kontrovers war.