Methoden und Techniken, um den Prozess der Entscheidungsfindung in der Gruppe zu fördern

Gemeinsame Entscheidungen im Konsens zu fällen, ist ein langwieriger Prozess und erfordert von den Beteiligten gute Kommunikationsfähigkeit, Sensibilität für die Bedürfnisse anderer, Vorstellungsvermögen, Vertrauen und Geduld. Nur so kann man Themen wirklich erschließen, Meinungen zum Ausdruck bringen ohne Angst, zensiert oder ausgelacht zu werden, und die eigene Meinung aufgrund vernünftiger Argumente ändern.

Das Ziel bei der Konsensfindung ist, den Beteiligten die Bandbreite der Meinungen in der Gruppe klar zu machen und all diese Meinungen eingehend zu bedenken, sodass Entscheidungen auf der Grundlage allseits akzeptierter Interessen getroffen werden können. Es ist nicht leicht, eine Gruppe bei der Konsensfindung zu moderieren.

Entscheidungsfindungsprozesse können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen:

  • Eine Seite überzeugt die andere. Die meisten glauben, dies sei der Fall, wenn sie eine Mehrheitsentscheidung treffen, doch wurde möglicherweise ein wichtiger Gesichtspunkt übersehen. Wenn Konsens durch Überzeugung erreicht wird, bedeutet dies, dass nahezu für alle Gruppenmitglieder die Argumente zugunsten eines Gesichtspunkts überwiegen und als zwingend erachtet werden. Daher geben sie ihre ursprünglichen Positionen auf und unterstützen diese Meinung.
  • Eine Seite gibt nach. Manchmal kommen einige zu dem Schluss, dass es der Mühe nicht wert ist, und geben ihre Position auf. Der Standpunkt von Andersdenkenden ist für die kreative Entscheidungsfindung unverzichtbar; oft verfügen Einzelne über wichtige Informationen, die den Ausschlag geben können. Die Beteiligten sollten in der Lage sein, ihre Meinung aufgrund neuer Informationen frei zu ändern. Im Konsensfindungsprozess sollten sie mehrere Positionen austesten können und nicht das Gefühl haben, durch einen Meinungswechsel die eigene Seite im Stich zu lassen.
  • Beide Seiten finden eine neue Alternative. Meinungsverschiedenheiten lassen sich zuweilen überwinden, wenn die Beteiligten aufhören, ihre Positionen zu verteidigen, und versuchen, eine dritte Lösung zu finden, die beide Seiten zufriedenstellt. Oft muss keine Gruppe irgendetwas aufgeben und beide Gruppen haben schließlich das Gefühl, „gewonnen“ zu haben.
  • Das Problem wird neu definiert. Bei ernsthafter Suche nach einem Konsens wird den Teilnehmenden oft klar, dass ihr Konflikt durch sprachliche Missverständnisse oder durch eine falsche Wahrnehmung der Gegenpartei verursacht wurde. Manchmal erkennen beide Seiten, dass sie ihre Ansichten überbewertet haben, und mäßigen im Zuge der Konsensfindung ihre Standpunkte, sodass der Streitpunkt von beiden Seiten anders betrachtet werden kann.
  • Jede Seite gibt ein wenig nach. Wenn sich die Parteien ihre Gemeinsamkeiten vergegenwärtigen, können Sie manchmal zu einer Vereinbarung kommen, welche die meisten Bedürfnisse beider Seiten miteinbezieht, statt die Bedürfnisse einer Seite voll und die der anderen gar nicht zu berücksichtigen.
  • Beide Seiten vereinbaren eine Pause. Manchmal kommen alle Beteiligten zu dem Schluss, dass ihnen noch Informationen fehlen, um eine vernünftige Entscheidung zu treffen, oder dass sie zu erregt sind, um zu einer praktikablen Lösung zu kommen. Dann beschließen sie vielleicht, die Sache zu verschieben, bis sie mit dem nötigen Wissen und der richtigen Einstellung erneut versuchen können, eine rationale Entscheidung zu treffen.