Tipps für die Durchführung

Aufgrund der komplexen Problemstellung eignet sich diese Übung am besten für eine fortgeschrittene Gruppe, die gut diskutieren kann. Es müssen viele Informationen aufgenommen werden und der Text auf den Rollenkarten setzt ein bestimmtes Vorwissen zur Menschenrechts- und Umweltterminologie voraus. Sie könnten die Übung auf zwei Zeitabschnitte verteilen und den Gruppen dazwischen Zeit geben, die Rollenkarten zu lesen und über die Probleme nachzudenken.

Ein wichtiges Ziel der Übung ist, junge Menschen mit den Grenzen ihrer eigenen kulturellen Perspektive zu konfrontieren und sie dazu zu bringen, ihre Einstellungen zur nachhaltigen Nutzung wild lebender Tierarten zu überdenken. Für viele Menschen ist der Walfang ein emotional stark besetztes Thema, zu dem sie oft sehr dezidierte Ansichten haben. Daher stellt dieses Thema eine echte Herausforderung dar. Ein weiteres Ziel besteht darin, Konsensfähigkeit zu entwickeln. Deshalb sollte die Versammlung in dieser Übung von der imaginären Organisation KRUND (Kultur, Rechte, Umwelt, Nachhaltigkeit und DIALOG) moderiert werden. Am besten sehen Sie sich die Informationen über Konsensfindung an, bevor Sie die Übung durchführen.

Eventuell müssen Sie nachprüfen, ob die Bedeutung der Begriffe und Konzepte auf den Rollenkarten voll und ganz verstanden wird. Zum Beispiel:


Indigene Völker (sog. Ureinwohner/innen)
Es gibt keine eindeutigen Kriterien, anhand derer indigene Völker definiert werden können. Allgemein formuliert, sind sie die Nachkommen von Völkern, die in einem bestimmten Gebiet lebten, bevor die Kolonisatoren kamen und eigene willkürliche Staatsgrenzen zogen. Der Staat, in dem sie leben, betrachtet sie in der Regel als Minderheiten. Häufig leben sie in Stammesgruppen.


Das Vorsorgeprinzip
Das Vorsorgeprinzip besagt, dass Vorsorgemaßnahmen ergriffen werden müssen, wenn durch irgendeinen Eingriff der menschlichen Gesundheit oder der Umwelt Gefahr droht, selbst wenn einige Ursache-Wirkungs-Beziehungen wissenschaftlich nicht zweifelsfrei bewiesen sind. Das heißt, dass auch bei Zweifeln gehandelt werden muss, wobei die Beweislast bei denen liegt, die Risiken produzieren. Alternativen zu potenziell gefährlichen Eingriffen müssen analysiert werden und die Beschlussfassung muss unter Beteiligung der Betroffenen stattfinden.


Nachhaltigkeit
Im Jahr 1989 definierte die UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, auch Brundtlandt-Kommission genannt, nachhaltige Entwicklung als „Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“ „Nachhaltige Nutzung“ ist ein Begriff, der nur auf erneuerbare Ressourcen anwendbar ist: Er bedeutet die Nutzung der Ressource in einem Maße, das ihre Selbsterneuerung erlaubt. Man hat sich weltweit auf das Prinzip der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen der Erde geeinigt, das auf wissenschaftlichen Aussagen und objektiven Daten beruht.