Die pädagogischen Ansätze

Bevor Sie mit den vorgestellten Übungen arbeiten, sollten Sie sich mit den angewandten pädagogischen Ansätzen vertraut machen. In der Menschenrechtsbildung geht es um Veränderung, und zwar um persönliche wie soziale Veränderung. Es geht um die Entwicklung der Kompetenzen junger Menschen, aktiv am Leben ihrer Gemeinschaften teilzuhaben und die Menschenrechte zu fördern und zu schützen. [Bemerkung]

Zentrales Anliegen von KOMPASS ist es, einen Bildungsprozess zu initiieren, der Wissen, Fertigkeiten, Werte und Einstellungen umfasst. In diesem Prozess wird mit dem begonnen, was die Teilnehmenden bereits mitbringen. Es sind ihre Meinungen und Erfahrungen, auf denen aufgebaut werden kann, denn auf dieser Basis werden sie in die Lage versetzt, gemeinsam nach neuen Ideen und Erfahrungen zu suchen. Das Bestreben junger Menschen, sich an Diskussionen zu beteiligen und so viel wie möglich voneinander zu lernen, wird in hohem Maße unterstützt. Sie sollen ermutigt werden, Gelerntes in einfache, aber wirkungsvolle Aktionen umzusetzen und damit zu zeigen, dass sie Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Menschenrechtsverletzungen ablehnen.

Die für ein Engagement für Menschenrechte notwendigen Kompetenzen – insbesondere die Fertigkeiten und Werte der Kommunikation, des kritischen Denkens, des Eintretens für Menschenrechte, der Toleranz und des Respekts – können nicht gelehrt, sondern müssen durch Erfahrung gelernt werden. Deshalb fördern die Aktivitäten in diesem Buch Zusammenarbeit, Partizipation und Lernen durch eigene Erfahrung. Junge Menschen sollen ermutigt werden, zu denken, zu fühlen und zu handeln – mit Kopf, Herz und Hand. Etwas über Menschenrechte zu wissen ist wichtig, reicht aber nicht aus. Junge Menschen brauchen ein viel tieferes Verständnis dafür, wie die Menschenrechte aus den Bedürfnissen der Menschen heraus entstehen und warum man sie schützen muss. Wer beispielsweise keine direkte persönliche Erfahrung mit Rassismus hat, könnte denken, das Thema ginge ihn/sie nichts an. Aus der Perspektive der Menschenrechte ist diese Position sehr fragwürdig, denn alle Menschen sind dafür verantwortlich, die Menschenrechte Anderer zu schützen.

Es ist gleichgültig, ob Sie über das Recht auf Leben oder über die Meinungsfreiheit sprechen: Bei den Menschenrechten geht es um demokratische Werte, um Respekt und Toleranz. Diese Fähigkeiten und Einstellungen können nur in einer Umgebung und in einem Prozess gelernt werden, die diese Werte fördern.

Bemerkung

Es zählt nicht nur das, was Sie tun, sondern die Art, wie Sie es tun. Das bringt den Erfolg.