Was haben Umweltprobleme mit Menschenrechten zu tun?

Umweltprobleme wie wachsende Wüsten, zerstörte Wälder und wuchernde Städte können nicht von Menschen und Menschenrechtsfragen getrennt werden, insbesondere nicht von sozialer Gerechtigkeit und Entwicklung. Dies gilt nicht nur für Afrika, sondern überall, auch für Europa. Umwelt und Menschen stehen in gegenseitiger Wechselbeziehung: Alles menschliche Handeln wirkt sich auf die Umwelt aus und die Umwelt wirkt sich auf das Leben der Menschen aus. Ein Beispiel ist der „Treibhauseffekt“. Die Verbrennung von Öl, Kohle und Gas, die seit 300 Jahren die industrielle Entwicklung in der ganzen Welt am Laufen hält, hat erheblich zur globalen Erwärmung beigetragen. Die dadurch verursachten katastrophalen Klimaereignisse, deren Zeug/innen wir in den letzten vier Jahren geworden sind, betreffen Menschen auf dem ganzen Erdball. Doch die Bewohner/innen der reichen Länder des Nordens, die im Wesentlichen für die Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich sind, können sich gegen „Naturkatastrophen“ besser schützen als diejenigen, die in den Ländern des Südens leben. Dies sind Fragen der Gerechtigkeit und daher auch der Menschenrechte.

Die kenianische Umweltschützerin Wangari Maathai erhielt 2004 den Friedensnobelpreis. Die 64-Jährige ist stellvertretende Umweltministerin ihres Landes und engagiert sich auch für Menschenrechte und Demokratie. Maathai gründete das Green Belt Movement. „Wir haben eine besondere Verantwortung für das Ökosystem dieses Planeten. Indem wir andere Arten schützen, sichern wir unser eigenes Überleben.“ Mehr als 30 Millionen Bäume haben vor allem Frauen seit 1977 in Kenia gepflanzt. Ihre grüne Bewegung schärfte nicht nur das ökologische, sondern auch das politische Bewusstsein der Bevölkerung.

Weitere Berührungspunkte zwischen Umwelt und Menschenrechten:

  • landwirtschaftliche Nutzflächen, die in Kriegen mit Landminen verseucht wurden und eine Gefahr für die menschliche Sicherheit darstellen
  • Menschen, die durch Armut gezwungen sind, ihr Getreide auf wenig fruchtbarem Land oder Regenwaldboden anzubauen, und die damit zur Desertifikation und zu noch mehr Armut beitragen
  • die Auswirkungen der Explosion eines Blocks des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl am 26. April 1986. Von der Katastrophe besonders betroffen sind die Ukraine mit 15 Prozent und Weißrussland (Belarus) mit 70 Prozent der radioaktiven Niederschläge. Mediziner/innen gehen davon aus, dass bis heute insgesamt etwa 70000 Menschen in der Folge von Tschernobyl gestorben sind. Der sprunghafte Anstieg von Schilddrüsenkrebs seit 1987 ist eindeutig auf die Atom-Katastrophe zurückzuführen.