Sport und Rassismus

Rassismus im Sport kommt nicht nur in Fußballstadien vor und richtet sich auch keineswegs nur gegen farbige Spieler. Rassismus kann alle Sportarten betreffen und sich auf mehreren Ebenen manifestieren; im Amateursport ebenso wie auf institutioneller und internationaler Ebene, wie auch in den Medien. Er kann auf lokaler Ebene auftreten, in der Interaktion (aus realen oder vermeintlichen Gründen wie Hautfarbe, Religion, Nationalität oder ethnische Zugehörigkeit) zwischen bestimmten Spieler/innen, Teams, Trainer/innen und Zuschauer/innen oder gegen sie wie auch gegen Schiedsrichter. Feindseligkeiten können sich gegen Teams oder sogar ganze Gruppen richten.
Die Verantwortung zur Bekämpfung von Rassismus im Sport tragen sowohl öffentliche Behörden (gesetzgebende Behörde, Gerichte, Polizei, für Sport zuständige Regierungsorgane und kommunale Behörden) und Nichtregierungsorganisationen (nationale Verbände für Berufs- und Amateursportler, Clubs, örtliche Sportvereine, Fanclubs, Spielerorganisationen, antirassistische Vereine usw.).

Was können Sie in Ihrer Schule oder in Ihrem Verein tun, um dafür zu sorgen, dass Ihr Sport sozial integrativ und für die Menschenrechte förderlich ist?

Zwischenfälle

21. September 2001. Der Wiener SK-Rapid-Stürmer Gaston Taument wurde während des gestrigen UEFA-Cup-Spiels gegen FK Partizan in Belgrad pausenlos mit rassistischen Gesängen bedacht. Gaston Taument, der für die niederländische Nationalmannschaft 15 Spiele bestritt und aus Surinam stammt, sagte zuvor in einem Interview: „Bei rassistischen Zwischenfällen ... ist es falsch, den Rassismus zu verschweigen.“

Rassistisches Verhalten bei Fußballspielen ist ein hervorragendes Beispiel für Dilemmata bei der Verwirklichung der Menschenrechte.

Sollte ein verdächtiger Hooligan von der Reise zu einem Spiel in ein anderes Land abgehalten werden? Ist das eine Verletzung seines Rechts auf Bewegungsfreiheit?