Menschenrechte können auch im Sport verletzt werden

Der Einsatz von Doping-Medikamenten ist wahrscheinlich die bekannteste Verletzung menschlicher Würde und Gesundheit. Außerdem gibt es umstrittene Fragen im Zusammenhang mit Hormonbehandlung und Geschlechtstests für Athletinnen, die Respekt, menschliche Würde und das Recht auf eine Privatsphäre berühren.

Manche Sportler/innen werden von ihren Sponsor/innen ausgebeutet und sehr ehrgeizige Eltern treiben ihre Kinder auf ungesunde Art und Weise zu Höchstleistungen an. Intensivtraining und Konkurrenzdruck können zu Sportverletzungen führen und das geistige Wohlergehen gefährden. Jede/r hat das Recht, sich über die potenziellen Gefahren und Verlockungen des Hochleistungssports zu informieren.

Turnen: nur Sport oder Kindesmisshandlung?

Bis vor kurzem war die zwölfjährige Alexandra Huci nur eines von vielen talentierten kleinen Mädchen, die ihr junges Leben in Trainingslagern verbrachten und davon träumten, später einmal Sportstars zu werden. Eines Tages brach sie beim Training plötzlich zusammen und fiel ins Koma. Fünf Tage später starb sie. Ihr kleiner Körper konnte einfach nicht mehr.

Diäten und körperliche Überanstrengung haben jungen Turnerinnen oft mehr Leiden als Freuden beschert. „Der Schmerz gehört zu meinem Leben, seit ich angefangen habe zu trainieren“, sagte die zehnjährige Wang Shuo kürzlich in einem CNN-Interview im Pekinger Trainingslager, wo die Kinder im Alter von drei Jahren ihre „Karriere“ beginnen. Maria Pardo, eine spanische Turnerin, wog 43 Kilogramm bei einer Körpergröße von 170 cm.[1]

Sportangebote sind nicht immer offen für alle und beim Zugang zu Sporteinrichtungen kann es zu Diskriminierungen religiöser oder kultureller Minderheiten kommen. Kommerzielle Zwänge und Interessen können mit Menschenrechtsverletzungen einhergehen, die die Würde und den Respekt vor andern unterminieren. So nehmen manche Spieler Bestechungsgelder an, um beim Fußball die „Notbremse zu ziehen“ oder beim Kricket den Wettkampf zu manipulieren. Weitere Menschenrechtsverletzungen haben mit der Globalisierung der Sportartikelindustrie zu tun. In vielen Ländern fordern sowohl nationale als auch örtliche Sportverbände die Einhaltung bestimmter Arbeitsnormen durch die Herstellerfirmen der von ihnen verwendeten Sportartikel und Kleidung. Einige Kampagnen wie z.B. die Clean Clothes Campaign in Europa versuchen die Herstellerfirmen dazu zu bringen, die Menschenrechte ihrer Arbeitnehmer/innen zu respektieren. Die Sports Shoes Campaign in Nordamerika versucht unter anderem Sportgrößen wie Tiger Woods und André Agassi von ihrer Werbung für Produkte abzubringen, die unter ausbeuterischen Bedingungen hergestellt werden.[2]

 

Fussnote

  1. Auszug aus Tomek, L., Lidové Noviny, 23 August 2001.
  2. Weitere Informationen in: New Internationalist 330, Dezember 2000, www.oneworld.org/ni/issues330/factfile.htm_358. Siehe auch Hintergrundinformationen zur Globalisierung.