Ist Sport ein Menschenrecht?

Streng genommen lautet die Antwort: nein! Keine Menschenrechtserklärung und kein Pakt enthält besondere Garantien hinsichtlich des Menschenrechts auf sportliche Betätigung oder auf Zugang zu Sport. Dennoch kann Sport als wesentliches Element der Rechte auf Bildung und Kultur betrachtet werden.

Das Recht auf Bildung wird in Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und in Artikel 13 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte gewährleistet. Letzterer besagt, dass „Bildung auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und des Bewusstseins ihrer Würde gerichtet sein und die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten stärken muss“. Durch Sport entwickeln sich Menschen körperlich und intellektuell weiter. Sportliche Betätigung hebt das Selbstwertgefühl, sie bietet Gelegenheit, sich selbst zu verwirklichen und Anerkennung von anderen zu bekommen. Dies gilt ganz besonders für behinderte Menschen durch Veranstaltungen wie die Paralympics.

Die Paralympischen Spiele

Die Paralympischen Spiele sind ein Sportwettbewerb für Menschen mit Behinderungen, darunter Amputierte, Sehbehinderte, Querschnittsgelähmte und Zerebralparetiker. „Die Paralympischen Spiele wurden 1948 im Stoke Mandeville Hospital in Aylesbury, England, ins Leben gerufen. (...) Ab dem Jahr 1952 wurden die Paralympics in den olymischen Jahren abgehalten. Die Winter-Paralympics fanden 1976 zum ersten Mal statt. 1992 konkurrierten in Barcelona, Spanien, 3500 Athleten aus 82 Nationen bei den Sommer-Paralympics. Die erste echte Parallele zu den Olympischen Spielen gab es 1988 in Seoul, Südkorea, wo die Athleten ein Paralympisches Dorf hatten und die Wettkämpfe in olympischen Sportstätten stattfanden. (...) Die Paralympics werden vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anerkannt und unterstützt und vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) durchgeführt.“[1]

Für Kinder schreibt das Übereinkommen über die Rechte des Kindes vor, dass die Bildung des Kindes darauf gerichtet sein muss, „die Persönlichkeit, die Begabung und die geistigen und körperlichen Fähigkeiten des Kindes voll zur Entfaltung zu bringen“, und Artikel 31 bezieht sich auf das Recht auf Ruhe und Freizeit, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung.

Das Recht aller Menschen auf Teilnahme am kulturellen Leben wird in Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) und in Artikel 15 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (IPWSKR) gewährleistet. Weltweit werden die unterschiedlichsten Sportarten betrieben: Fußball, Schwimmen, Darts, Schach, Baumstammwerfen, Sumo-Ringen, American Football – was auch immer! Sport ist zweifellos ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens in allen Ländern, woraus sich folgern lässt, dass jeder Mensch das Recht hat, sich als Zuschauer/in, Wettkämpfer/in oder Spieler/in am Sport zu erfreuen.

Auch wenn Sport nicht generell als Menschenrecht anerkannt ist, so hat doch die sportliche Betätigung und die Art und Weise ihrer Unterstützung Folgen für die Menschenrechte. Je nach den Umständen kann sie ein Mittel sein, um die Menschenrechte zu fördern oder sie zu missbrauchen.

 

Fussnote

  1. Auszug aus www.encarta.msn.com. Weitere Informationen beim Paralympischen Komitee: www.paralympic.org