Was hat zu diesem Wandel geführt?

Der Wandel von einer Definition der Sicherheit mit Blick auf die Staaten hin zu einer Definition mit Blick auf die Menschen hat mehrere Begründungen. Ein wichtiger Faktor war zweifellos das Ende des Kalten Krieges. Dadurch kamen Interessen von Regierungen und Völkern ans Licht, die bis dahin im Dunkeln gelegen hatten. Ein Ergebnis war der Ausbruch komplizierter und feindseliger, oft innerstaatlicher Konflikte, die viele zivile Opfer forderten und eine neue Art der Reaktion notwendig machten.

Doch es gab vielleicht noch einen wichtigeren Faktor als lediglich die Erkenntnis, dass die Verteidigung von Völkern hin und wieder eine internationale Reaktion erfordert. Das schärfer werdende Profil der Menschenrechte führte in der Welt zu einer Rechtfertigung, die, wenn nicht überall, so doch immerhin auf breiter Ebene akzeptabel war: Menschenrechte sind für den Schutz von Menschen geschaffen und nicht für Staaten. Alle Länder der Welt bringen ihre prinzipielle Zustimmung zu diesen Normen zum Ausdruck.

In welchem Maße sollte die innerstaatliche Politik einer Nation der Überwachung durch die internationale Staatengemeinschaft unterworfen sein?