Mit der Sprache änderten sich auch die Taten

Kollektive Sicherheitsmaßnahmen, an denen sich mehrere Nationen gemeinsam unter der Führung der Vereinten Nationen beteiligten, galten nicht unbedingt dem Ziel, die Sicherheit von Staaten zu verbessern, sondern wurden vor allem im Namen der Sicherheit von Menschen bzw. Völkern ergriffen. Ereignisse, die zuvor nur im Zusammenhang mit humanitären Katastrophen genannt wurden, wurden im Hinblick auf Frieden und Sicherheit neu bewertet. Damit wurden internationale Vollstreckungsmaßnahmen gerechtfertigt, von denen das erzwungene humanitäre Programm in Somalia (1992–93) eines der ersten Beispiele war.

Damals befand der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, dass „das Ausmaß der menschlichen Tragödie ... eine Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit darstellt.“

Der Einsatz der Vereinten Nationen in Somalia (UNOSOM) wurde 1992 zur Überwachung des Waffenstillstands in Mogadischu als Begleitschutz für Hilfslieferungen an die Verteilerzentren in der Stadt durchgeführt. Mandat und Umfang der Mission wurden später erweitert, um Konvois mit Hilfslieferungen und Verteilerzentren in ganz Somalia zu schützen.

Der Sicherheitsrat,

unter Berücksichtigung der Prinzipien und Ziele der Charta der Vereinten Nationen, einschließlich der vorrangigen Verantwortung des Sicherheitsrates für die Aufrechterhaltung des internationalen Friedens und der Sicherheit, in der Entschlossenheit, die schwerwiegende humanitäre Lage im Kosovo zu lösen und für die sichere und freie Rückkehr aller Flüchtlinge und Vertriebenen in ihre Häuser zu sorgen, in der Feststellung, dass die Situation in der Region weiter eine Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit darstellt, ... bestimmt, dass die internationale Sicherheitspräsenz, die im Kosovo stationiert und handeln wird, folgende Aufgaben hat:

  1. die Verhinderung neuer Feindseligkeiten ...;
  2. die Entwaffnung der Kosovo-Befreiungsfront (UCK) ... ;
  3. die Errichtung eines sicheren Umfeldes, damit Flüchtlinge und Vertriebene sicher in ihre Häuser zurückkehren können ... damit ... humanitäre Hilfe ausgeführt werden kann,
  4. die Garantie der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ...“

Auszüge aus der Resolution 1244 (1999), verabschiedet vom UN-Sicherheitsrat bei seinem 4011. Treffen am 10. Juni 1999

Zwei Aspekte des Wandels:
Der obige Auszug aus der Kosovo-Resolution der Vereinten Nationen illustriert die zwei grundlegenden Veränderungen, die bei der Bewertung von Problemen im Hinblick auf die Bedrohung der internationalen Sicherheit eingetreten sind:

  1. Die Art der Ereignisse, die als Bedrohung für die Sicherheit angesehen werden
  2. Die Ausweitung der Sicherheitsbelange auf innerstaatliche Ereignisse ebenso wie auf Konflikte zwischen Nationalstaaten