Das Internet und die Pornografie

Kinder, die im Internet surfen, können vielen Gefahren begegnen. Einige bekommen schädigendes Material zu Gesicht (Gewaltdarstellungen, rassistische und fremdenfeindliche Propaganda usw.), sie werden bedroht oder zu Opfern von pädophilen Erwachsenen. Es verdichten sich Hinweise darauf, dass ganze Netzwerke Informationen über Kinderpornographie untereinander austauschen (Namen, Bilder usw.). In den letzten Jahren wurden in Europa und anderswo Personen verhaftet, die sich an solchen illegalen und unsittlichen Aktivitäten beteiligt oder diese gefördert hatten.

Für Personen, die mit den Angelegenheiten von Kindern befasst sind, etwa Sozialarbeiter/innen, Lehrer/innen, Psycholog/innen und Eltern werden u.a. folgende Lösungen vorgeschlagen:

  • Einzelmaßnahmen wie Berichte, Beschwerden oder Nachfragen initiieren, wenn erkannt wird, dass ein Kind solchen Gefahren ausgesetzt ist, oder wenn illegales oder gefährliches Material im Internet entdeckt wird
  • Empowerment/Stärkung der Kinder durch Information und Gespräch
  • Empowerment/Stärkung der Eltern. Sie müssen sich der Gefahren des Internets bewusst werden und sich über diese Themen informieren.

Viele NGOs organisieren sich über ein Netzwerk umsichtiger Menschen, die Websites mit illegalem Material beobachten und melden.[1]

Das Übereinkommen zur Bekämpfung der Computer- und Internet-Kriminalität („Cybercrime-Konvention“) des Europarats wurde am 8. November 2001 verabschiedet. Wenn diese Konvention in Kraft tritt, ist sie der erste internationale Vertrag über Vergehen, die via Internet und andere Computer-Netzwerke begangen werden. Sie befasst sich besonders mit Kinderpornografie per Computer und Internet. Ihr wichtigstes Ziel ist das Voranbringen einer gemeinsamen Verbrechensbekämpfungspolitik, die die Gesellschaft insbesondere durch eine geeignete Gesetzgebung und die Förderung internationaler Zusammenarbeit gegen Cyberkriminalität schützen soll. Artikel 9 der Konvention widmet sich dem Kampf gegen Pädophilie und Kinderpornografie im Internet.

Der Weltkindergipfel

Im September 1990 verabschiedete der Weltkindergipfel die ,Erklärung über das Überleben, den Schutz und die Entwicklung von Kindern‘ sowie einen Aktionsplan zu deren Umsetzung. Es wurden mehrere Ziele u.a. zur Kindersterblichkeit, Unterernährung, zum weltweiten Zugang zu Grundbildung aufgestellt, die bis zum Jahr 2000 erreicht werden sollten. Ein weiterer Kindergipfel fand 2001 in New York statt. In Deutschland wird ab 2005 ein Kinderrechtsaktionsplan in Kraft treten.

Keines dieser Ziele wurde erreicht, aber heißt das, dass dieser Gipfel vergebens war?

Können wir die Nutzung des Internets durch Kinder kontrollieren, ohne ihre Freiheit zu beschneiden, sich Informationen und Gedankengut jeder Art zu beschaffen, zu empfangen und weiterzugeben? (Art.13, CRC)

 

Fussnote

  1. Bilson, A.: Child safety on the Internet, a child rights approach. Centre for Europe’s Child, University of Glasgow. Mandela, N.: Der lange Weg zur Freiheit. Fischer Taschenbuch, Frankfurt/M. 1997