Europäiische Probleme, die Kinder und Heranwachsende betreffen

Im Zusammenhang mit Kinderrechten sind spezifische Probleme für europäische Institutionen und Regierungen besonders relevant. Daher besteht der deutliche Wille, Maßnahmen zum Schutz von Kindern gegen Praktiken und Erscheinungen, die gegen ihre Rechte verstoßen, zu fördern.

Angesichts der obigen Statistik über Menschenhandel, Prostitution und Pornografie in Europa haben der Europarat und seine Mitglieder mehrere Empfehlungen ausgesprochen, unter anderem:

  • Empfehlung 1065 (1987) zum Kinderhandel und anderen Formen der Ausbeutung von Kindern
  • Empfehlung Nr. R (91) 11 über sexuelle Ausbeutung, Pornografie, Prostitution von und Menschenhandel mit Kindern und jungen Erwachsenen
  • Resolution 1099 (1996) über die sexuelle Ausbeutung von Kindern

Sobald diese Empfehlungen verabschiedet werden, müssen die Staaten praktische Maßnahmen zu ihrer Umsetzung ergreifen. Beispiele für solche Maßnahmen sind:[1]

  1. Auf Veranlassung des belgischen Innenministers wurde am 23. November 1992 innerhalb des Zentralbüros der Gendarmerie für vermisste Personen eine Spezialeinheit zur Bekämpfung des Kinderhandels eingerichtet. Am 11. September 1995 ordnete der Justizminister die Schaffung einer Einheit für vermisste Kinder im gleichen Amt an. Sie ist für Koordination, Unterstützung und Know-how zuständig, wenn Kinder unter besorgniserregenden Umständen verschwinden.
  2. In Luxemburg wurde bei der Polizei eine Spezialabteilung für Jugendschutz gebildet. Das Polizeihauptquartier der Stadt Luxemburg hat in seiner Forschungsabteilung eine Untergruppe Jugendschutz. Es gibt einen telefonischen Kindernotruf (Kanner Jugendtelefon).

Warum ist es schwierig, illegalen Kinderhandel auszurotten?

Die Initiative Arbeitender Kinder NAT’s (Ninos y Adolescentes Trabajadores) und ihr deutscher Initiativkreis setzen sich kritisch mit dem negativen Verständnis von Kinderarbeit auseinander: „Kinderarbeit gibt es, seit es menschliche Gemeinschaften gibt. Kinder haben immer und überall produktive soziale Tätigkeiten ausgeübt. Zum Problem wird Kinderarbeit, wenn sie unter ausbeuterischen Bedingungen stattfindet und den Entwicklungsstand, den freien Willen und die Rechte des Kindes nicht berücksichtigt. Wir sind gegen alle Formen von Kinderarbeit, die auf der Ausbeutung und dem Missbrauch arbeitender Kinder basieren.“ www.pronats.de


Kinderarbeit ist ...

... Vollzeitarbeit von Kindern unter 15 Jahren.

... Arbeit, die Kinder am Schulbesuch hindert.

... Arbeit, die für Kinder gefährlich ist und ihrer körperlichen, geistigen oder emotionalen Gesundheit schaden kann.

Die Ursachen der Kinderarbeit sind manchmal sehr komplex und reichen von kulturellen Gewohnheiten bis hin zu Armut, wo Eltern und Familien auf den Arbeitslohn des Kindes angewiesen sind.

Nicht nur, dass arbeitenden Kindern oftmals eine adäquate Schulbildung vorenthalten und ihre körperliche und geistige Entwicklung behindert wird – Kinderarbeit kann auch zu schweren Gesundheitsproblemen führen, etwa zu Muskel- und Skelettverformungen, zu Vergiftungen durch chemische Stoffe, zu Schnittwunden und anderen körperlichen Verletzungen, zu Atemwegserkrankungen, schweren Verbrennungen etc.

Waren, die von Kindern hergestellt werden, sind u.a. Teppiche, Ziegel, Streichhölzer, Zucker, Kleidung, Schuhe, Zigaretten (Bidis), Feuerwerkskörper, Häuser und andere Gebäude, Bleistifte, Lederwaren. Außerdem werden sie zum Pflücken bei der Ernte, in der Fabrik, als Lastträger/innen, Fischer/innen und Dienstbot/innen im Haushalt eingesetzt.

 

Fussnoten

  1. Umsetzung der Empfehlung Nr. R (91) 11 über Sexuelle Ausbeutung, Pornografie und Prostitution von und Menschenhandel mit Kindern und jungen Erwachsenen, Straßburg, 8. April 1999