Die Bewegung der Globalisierungskritiker/innen

Als Reaktion auf die finanzielle und wirtschaftliche Globalisierung und in Sorge über deren negative Auswirkungen haben wichtige Gruppen der Zivilgesellschaft begonnen, eine weltweite Bewegung zu organisieren, um das zu unterstützen, was sie selbst die Humanisierung der Globalisierung nennen. In dieser internationalen Bewegung, gemeinhin „Antiglobalisierungsbewegung“ genannt, finden sich Gewerkschaften, Umweltorganisationen, Politiker/innen, Menschenrechtsaktivist/innen, Wissenschaftler/innen, Frauenorganisationen, kurz, eine große Bandbreite von Gruppen und Personen zusammen, die daran interessiert sind, eine gerechtere Welt zu schaffen. Ihrer Ansicht nach kann dies nicht geschehen, solange Neoliberalismus, Deregulierung und Privatisierung die Hauptantriebskräfte der wirtschaftlichen Globalisierung sind. Sie fordern eine Globalisierung mit menschlichem Antlitz. Einige dieser Gruppen haben ihren Protest bei großen Kundgebungen während des G7 1-Gipfels und anderer Treffen von Institutionen, die derartige Erscheinungen unterstützen, zum Ausdruck gebracht. Leider haben die gewalttätigen Zwischenfälle mit erheblichen materiellen Schäden bei solchen Veranstaltungen die größte Medienaufmerksamkeit erhalten. Diese Bewegung organisiert sich allmählich. Parallel zum Weltwirtschaftsforum in Davos trat das Weltsozialforum in Porto Alegre, Brasilien, zusammen und gab Tausenden von Delegierten zivilgesellschaftlicher Organisationen Gelegenheit, Probleme im Zusammenhang mit der Globalisierung und deren Folgen zu analysieren und Alternativen zu untersuchen. Unter dem Motto „Eine andere Welt ist möglich“ wurden zahlreiche Schlüsselthemen diskutiert, darunter die Reform der Welthandelsorganisation, die Verteidigung der Menschenrechte (insbesondere der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Rechte) und ein Schuldenerlass für die Dritte Welt.

Abschließend könnten wir Xavier Godinot von der Bewegung ATD Vierte Welt (www.atd-quartmonde.org) zitieren: „Globalisierung ist eine gemeinsame Herausforderung, aber auch eine Einladung an uns alle, neue Möglichkeiten zu erfinden, Staatsbürger/innen der Welt zu sein.“

NGOs und Institutionen, die sich mit der Globalisierung befassen:
Oxfam:  www.oxfam.org
Internationale Liga für Menschenrechte:  www.fidh.org
International Forum on Globalisation:  www.ifg.org
Third World Network:  www.twnside.org.sg
L’Observatoire de la Mondialisation:  http://terresacree.org/obsmondi.htm
ATTAC:  www.attac.org
Weltsozialforum:  www.forumsocialmundial.org.br

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