Der Preis der Gewalt

In einer Situation des Unfriedens sehen die in den Konflikt involvierten Parteien ihre wirtschaftlichen und sozialen Rechte (Wirtschaft des Landes gestört, Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung usw.) sowie ihre bürgerlichen und politischen Rechte (Bedrohung des Rechts auf Leben, des Rechts auf Freiheit von Folter oder des Rechts auf körperliche Unversehrtheit usw.) verletzt. Die kurz- und langfristigen Folgen eines gewaltsamen Konflikts hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen sind verheerend und hinterlassen in der Gesellschaft tiefe Narben.

Die folgenden Statistiken und Informationen illustrieren den menschlichen und finanziellen Preis der Gewalt.

Direkte Gewalt:

  1. In Bosnien und Herzegowina gibt es trotz der allgemeinen Rahmenübereinkommen über den Frieden immer noch zwischen 850000 und 1,2 Millionen Binnenvertriebene oder Flüchtlinge; rund 17000 Menschen gelten immer noch als verschwunden.
  2. In Ruanda starben 1994 während des Völkermords 800000 Menschen.
  3. Insgesamt starben im Zweiten Weltkrieg ca. 55 Millionen Menschen, davon 20 Millionen Zivilist/innen.
  4. In den 1990er-Jahren wurden weltweit 5 Millionen Menschen in Bürgerkriegen getötet.
  5. Weltweit sind 500 Millionen Kleinwaffen im Umlauf.
  6. In den 1990er-Jahren wurden 50 Millionen Menschen durch Kriege und interne Konflikte zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen.
  7. Pro Monat sterben 800 Menschen durch Antipersonen-Minen (Landminen) [Bemerkung].

Indirekte Gewalt:

  1. Jedes Jahr sterben etwa 17 Millionen Menschen, weil es an Medikamenten mangelt.
  2. Täglich sterben etwa 24000 Menschen an den Folgen des Hungers (1 Person alle 3,5 Sekunden).
  3. Täglich sterben mehr als 30000 Kinder an Krankheiten, die zumeist vermeidbar wären. Allgemein hinterlässt Gewalt nicht nur körperliche, sondern auch emotionale Narben bei allen, die entweder direkt oder indirekt in Konfliktsituationen verwickelt waren, z.B. in Kriege oder in Situationen interpersonaler Gewalt, etwa in der Familie. Diese Narben können langfristige Traumata zur Folge haben, die man den Menschen äußerlich meist nicht ansieht. Die finanziellen Kosten dieser Narben sind unmöglich abzuschätzen, doch sie fordern auf jeden Fall einen hohen menschlichen Preis.

Finden Sie, man sollte das Ausmaß der Gewalt in Fernsehprogrammen gesetzlich einschränken?

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Bemerkung

Die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen hat 1997 den Friedensnobelpreis erhalten: www.icbl.org

 

Fussnoten

  1. Bericht über die menschliche Entwicklung 2001, UNDP.
    (Grafik Nr. 17)
  2. Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), www.sipri.org
    (Grafik Nr. 18)
  3. Instituto del Tercer Mundo (1992), Third World Guide, Uruguay.
    (Grafik Nr. 19)