Behinderte

Behinderung ist ein Zustand der Einschränkung infolge einer Krankheit, Verletzung oder eines körperlichen Defizits. Der englische Begriff „disability“ bedeutet im Rechtswesen gleichzeitig auch Ausschluss und Disqualifizierung.

Der Begriff „Behinderung“ umfasst eine große Zahl unterschiedlicher funktionaler Einschränkungen, die in jeder Bevölkerung in jedem Land der Welt auftreten. Menschen können körperlich, geistig oder sensorisch, aus medizinischen Gründen oder aufgrund einer psychischen Erkrankung behindert sein. Solche Beeinträchtigungen, Ursachen oder Krankheiten können dauerhaft oder vorübergehend auftreten.

Wie können Menschen mit Behinderungen an den Aktivitäten Ihrer Organisation teilnehmen?

Schätzungsweise leben durchschnittlich etwa 10–15% der Weltbevölkerung mit Behinderungen.Bei den fast 800 Millionen Einwohner/innen der 43 Mitgliedsstaaten des Europarats würde das bedeuten, dass etwa 80 Millionen Menschen behindert sind. Trotz der Fortschritte, die in den letzten Jahren auf vielen Gebieten gemacht wurden, sind in Europa auch heute noch viele behinderte Menschen mit Barrieren konfrontiert, die Chancengleichheit und volle Partizipation am gemeinschaftlichen Leben verhindern, zum Beispiel niedriges allgemeines und berufliches Bildungsniveau, hohe Arbeitslosenraten, geringes Einkommen, Hindernisse in der physischen Umgebung, soziale Ausgrenzung, Intoleranz, Klischees und Vorurteile, direkte oder indirekte Diskriminierung, Gewalt, Misshandlung und Missbrauch [Bemerkungen].[1] Nach einer Eurobarometer-Umfrage aus dem Jahr 2001 finden 97% der Befragten, dass etwas getan werden sollte, um Menschen mit Behinderungen besser in die Gesellschaft zu integrieren.[2] Seit 2002 wird von den Vereinten Nationen eine Menschenrechtskonvention für die Rechte behinderter Menschen erarbeitet.*

Welche spezifischen Anliegen haben behinderte Menschen?

„Nichts Besonderes, nichts Ungewöhnliches. Wir wollen die Schule in unserem Wohnviertel besuchen, die öffentliche Bibliothek benutzen, ins Kino gehen, Bus fahren, in der Innenstadt einkaufen oder Freunde und Familie in einem anderen Teil der Stadt oder des Landes treffen können. Wir wollen in der Lage sein, wie jeder andere auch am Wahltag in unserem Wahlbezirk zur Wahl zu gehen. Wir wollen heiraten können. Wir wollen arbeiten können. Wir wollen für unsere Kinder sorgen können. Wir wollen hochwertige, erschwingliche medizinische Versorgung. Wir wollen als vollwertige Menschen betrachtet werden, als Teil der Gesellschaft, nicht als jemand, den man verstecken, bemitleiden oder dem man Almosen geben muss.“[3]

Bemerkungen

Innerhalb der Europäischen Union gehören die meisten Organisationen, die sich um die Rechte der Behinderten bemühen, dem Europäischen Behinderten-Forum (European Disability Forum, EDF) an. Innerhalb des Europarats koordiniert das Generaldirektorat für Soziale Kohäsion entsprechende Aktionen und Politiken.

Die Europäische Union erklärte das Jahr 2003 zum Europäischen Jahr behinderter Menschen.

 

Fussnoten

  1. Europarat, Direktorat für Soziale Angelegenheiten.
  2. Eurobarometer-Bericht (54.2/2001), basierend auf der Befragung von über 16000 Bürger/innen zwischen dem 2. Januar und dem 6. Februar 2001.
  3. Adrienne Rubin Barhydt, 10. April 1996. www.disrights.org

* Die Redaktion hat relevante Informationen für den deutschsprachigen Kontext in dieser Ausgabe ergänzend aufgenommen und diese Abschnitte mit einem Stern (*) markiert.