Fremdenfeindlichkeit

Der Brockhaus definiert Fremdenfeindlichkeit als „feindselige Einstellungen und Handlungen gegenüber Menschen(gruppen), die als,fremd‘ empfunden werden.“ Mit anderen Worten: als Aversion gegen Fremde oder Ausländer/innen.

Fremdenfeindlichkeit ist eine Emotion oder Gesinnung, die auf gesellschaftlich konstruierten Bildern und Ideen beruht statt auf rationalen oder objektiven Tatsachen.

Eine fremdenfeindliche Wahrnehmung der Welt reduziert komplexe soziale und kulturelle Phänomene auf vereinfachende Gut/Böse-Schemata.

„Wir“ (die Einheimischen) = das Vorbild, die Guten und die Normalen, der Standard, an dem sich alle anderen im Aussehen, in Gefühlen und Gedanken ausrichten sollten – gegen die „anderen“ (die Fremden) = die Verbrecher, die Bedrohung, die Störung, die Landstreicher, die Gewalttätigen, die Einbrecher, die Eindringlinge usw. „Wir“ (die Einheimischen) sind die Guten, gegen „die da“ (die anderen), die Bösen. Es ist offensichtlich, dass wir den anderen und uns selbst bestimmte Werte zuordnen, also: „Wir“ = positiv – „die“ = negativ.

Die Konstruktion der eigenen Identität als Einzelpersonen und als Mitglieder einer Gruppe, einer Ethnie, einer Nation usw., bedingt die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Vielfalt. Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Menschen wahrzunehmen ist an und für sich nichts Negatives, solange die Vielfalt nicht als bedrohlich wahrgenommen und die Unterschiede nicht zur politischen Manipulation benutzt werden. Das Gegenüber sollte zuallererst als Bruder oder Schwester, als Mitmensch, nicht als Fremde/r, Feind/in oder Rivale/in wahrgenommen werden.

Während die Fremdenfeindlichkeit sich in Osteuropa meist gegen Minderheiten richtet, sind in den westlichen Ländern eher Einwanderer/innen und Flüchtlinge betroffen, auch solche aus osteuropäischen Ländern.

Erinnern Sie sich an jüngere Beispiele von Fremdenfeindlichkeit in Ihrem Land?

Wenngleich Fremdenfeindlichkeit als moralisch inakzeptabel gilt und allem widerspricht, was eine Kultur der Menschenrechte begründen könnte, ist sie nicht illegal und kann daher als solche nicht gesetzlich bestraft werden. Folglich sind es nur die Manifestationen der Fremdenfeindlichkeit (die von fremdenfeindlichen Wahrnehmungen herrühren, welche die Einstellungen prägen oder körperlich gewalttätige Formen annehmen können, etwa rassistische Angriffe, Diskriminierung am Arbeitsplatz, verbale Attacken oder Beschimpfungen, ethnische Säuberungen, Völkermord), die mit Sanktionen belegt werden, soweit es Gesetze gibt, die diese Handlungen verbieten.