Eine gute Theorie

In der Praxis kann natürlich nicht erwartet werden, dass jedes Mitglied der Gesellschaft einen Beitrag zu den Entscheidungsprozessen leistet, zumal das auch gar nicht alle wollen. Daher haben viele Länder ein System, in dem die Bürger/innen Repräsentant/innen (Abgeordnete) wählen, die an ihrer statt die Entscheidungen treffen sollen: repräsentative statt direkte Demokratie. Theoretisch haben alle Bürger/innen die gleichen Möglichkeiten, die Personen zu wählen, die ihrer Meinung nach ihre Interessen am besten vertreten. So gesehen wird das Prinzip der Gleichheit beachtet.

Das war nicht immer so: Zur Zeit der Geburt der Demokratie, im antiken Griechenland, durften Frauen und Sklaven nicht wählen, ebenso wenig natürlich Kinder. Heute haben Frauen in den meisten Ländern der Welt das Wahlrecht, aber es ist noch nicht lange her, dass dieser Kampf gewonnen wurde. 

Andere Teile der Gesellschaft, darunter oft Einwanderer/innen, Häftlinge, Kinder, haben kein Wahlrecht, obwohl sie die Gesetze des Landes einhalten müssen.

Ist es überhaupt je zu rechtfertigen, bestimmte Teile der Gesellschaft vom demokratischen Prozess auszuschließen?