Das Recht auf Bildung als Menschenrecht

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte definierte das Recht auf Bildung als „Recht auf Zugang zu den ,zum jeweiligen Zeitpunkt vorhandenen‘ Bildungsinstitutionen und als Recht, aus der genossenen Bildung Nutzen zu ziehen, also das Recht auf offizielle Anerkennung eines abgeschlossenen Schulbesuchs oder Studiums.“[1]

Bildung

Recht ist Bildung das primäre Vehikel, durch das wirtschaftlich und sozial marginalisierte Erwachsene und Kinder sich selbst aus der Armut befreien und sich die Mittel zur vollen Teilhabe an ihren Gemeinschaften aneignen können. Bildung spielt eine vitale Rolle in der Frauenförderung, beim Schutz von Kindern vor ausbeuterischer und gefährlicher Arbeit und sexuellem Missbrauch, bei der Förderung von Menschenrechten und Demokratie, beim Schutz der Umwelt und bei der Kontrolle des Bevölkerungswachstums. Bildung wird immer stärker als eine der besten finanziellen Investitionen seitens der Staaten erkannt. Bildung ist jedoch nicht nur in praktischer Hinsicht wichtig: Ein gut gebildeter, aufgeklärter und aktiver Geist, der frei und weiträumig umherschweifen kann, gehört zum Schönsten und Besten, was die menschliche Existenz zu bieten hat.“[2]

Die folgenden Menschenrechtsinstrumente enthalten Bestimmungen zum Recht auf Bildung:

  • Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Art. 26)
  • Das Europäische Übereinkommen über Menschenrechte und Grundfreiheiten (Art. 2 von Protokoll Nr. 1)
  • Das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (Art. 10)
  • Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes (Art. 28 und 29)
  • Die Afrikanische Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker (Art. 17)
  • Das Protokoll von San Salvador zur Amerikanischen Konvention über Menschenrechte (Art. 13)
  • Der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (Art. 13 und 14)
    Interessant ist, dass Artikel 13 die längste Klausel des Pakts und der weitreichendste und umfassendste Artikel über das Recht auf Bildung in internationalen Menschenrechtsdokumenten ist.

(zu den Menschenrechtsinstrumenten) 

 

Fussnoten

  1. Belgian Linguistic Case mit Bezug auf die Gesetze zur Sprachregelung im belgischen Bildungssystem. Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 23. Juli 1968, Veröffentlichungen des Gerichts, Serie A, Band 6, S. 31.
  2. Das Recht auf Bildung (Art. 13), 08/12/99. E/C.12/1999/10, KWSKR.