Wo wollen wir hin?

Welches Problem wollen Sie angehen? Wollen Sie offensichtliche und akute Ungerechtigkeiten thematisieren oder allgemein gegen Menschenrechtsverletzungen protestieren? [Zitate]


Brainstorming zu Menschenrechtsthemen

Wurden bereits einige der in diesem Handbuch vorgestellten Übungen durchgeführt, gibt es möglicherweise schon Ideen. Wenn Sie gerade erst anfangen, können Sie einige der folgenden (oder eigene) Vorschläge machen. Liefern Sie zu jedem Thema einige Informationen. Im Anschluss soll die Gruppe losziehen und bis zum nächsten Treffen selbst recherchieren, um später Prioritäten setzen zu können.

Beispiel für eine Themenliste:

  • Die Todesstrafe in unserem Land
  • AIDS in Afrika 
  • Ein veraltetes Atomkraftwerk
  • Negative Einstellungen gegenüber Flüchtlingen 
  • Kinderarbeit
  • Pressefreiheit in einem anderen/in unserem Land 
  • Das Recht von Minderheiten auf Bildung in der eigenen Sprache 
  • Häusliche Gewalt

Welche Gruppen erleiden in Ihrem Land die schwersten Menschenrechtsverletzungen?

Wenn Sie sich einige Themen schon genauer angesehen haben und die Gruppe bereit ist, können Sie in einem allgemeinen Brainstorming zunächst eine Liste der Themen zusammenstellen, welche die Teilnehmenden am meisten beschäftigen. Welche Themen rufen die stärksten Gefühle hervor? Versuchen Sie die Liste auf etwa 3 oder 4 Themen zu beschränken. Wenn die Gruppe sich nur schwer einigen kann, stimmen Sie über die endgültige Entscheidung ab. Jede/r kann 3 Stimmen verteilen: Man kann sich mit allen drei Stimmen für ein Thema entscheiden, sich mit je einer Stimme für drei Themen entscheiden oder die drei Stimmen auf zwei Themen verteilen. Danach wird zusammengerechnet, welches Thema die meisten Stimmen bekommen hat.


Präzisierung der Ziele

In dieser Phase kann das Zeichnen eines „Problembaums“ für das gewählte Thema hilfreich sein [Zitat]. Er kann helfen, den Fokus auf die Ursachen Ihres Anliegens zu richten und alle Faktoren zu verstehen, die sie beeinflussen. Vielleicht führt dies zu der Entscheidung, sich lieber mit einem der zugrunde liegenden Probleme zu beschäftigen, statt das ursprüngliche Thema direkt anzugehen.

  • Schreiben Sie zunächst das Thema, mit dem Sie sich befassen wollen, in die Mitte eines großenb Bogens Papier.  
  • Führen Sie darunter alle ursächlichen Faktoren auf und verbinden Sie diese so, dass sie die Wurzeln Ihres ursprünglichen Kernpunktes darstellen. 
  • Nehmen Sie sich jede Wurzel einzeln vor und denken Sie über deren Ursachen nach. Zeichnen Sie die Faktoren ein, die zu diesem Problem beitragen. 
  • Verfolgen Sie jede einzelne Wurzel weiter, bis Sie am Ende angelangt sind: Der Baum hat viel leicht tiefere Wurzeln, als Sie glauben. 
  • Auch die ,Äste‘ des Baumes lassen sich auf dieselbe Weise verzweigen: Sie sind die Symptome Ihres ursprünglichen Themas. Vielleicht stellen Sie fest, dass das Hauptanliegen, mit dem Sie begonnen haben, in Wirklichkeit eine Wurzel oder ein Ast eines anderen Baumes ist. 
  • Wenn Sie fertig sind, sehen Sie sich Ihren Baum an: Sollten Sie die Aufgabe so angehen, wie Sie es ursprünglich vorhatten, oder sich zunächst lieber mit einer der Ursachen befassen? Haben Sie mithilfe des Baums Möglichkeiten gefunden, ihr Thema zu beginnen?

Zitate

„Wie wunderbar ist es doch, dass niemand auch nur eine Sekunde warten muss, bevor er anfängt, die Welt zu verbessern.“

Anne Frank

„Klug ist nicht, wer die richtigen Antworten weiß, sondern wer die richtigen Fragen stellt.“

Claude Lévi-Strauss

„Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister lernen kannst.“

Hl. Bernhard von Clairvaux (ca.1100)