Menschenrechtsbildung als Einstieg zum Handeln

Grundanliegen der Menschenrechtsbildung ist die Entwicklung kritischen Denkens, der Fähigkeit zu konstruktiver Konfliktlösung und die Befähigung zum Handeln. Bei der Entwicklung von KOMPASS wurde das Ziel verfolgt, die Organisation von Solidar-Aktionen und lokalen Veranstaltungen für das Gemeinwesen anzuregen und zu unterstützen. Zum einen fördern solche Projekte die Entwicklung eng mit der Menschenrechtsbildung verzahnter Fähigkeiten und Fertigkeiten, zum anderen sind sie an sich schon ein Schritt auf dem Weg zur Entwicklung einer pro-aktiven Menschenrechtskultur.

Junge Menschen können ihre Umgebung direkt und erfolgreich beeinflussen und konsequenterweise sind der Handlungswunsch und die Handlungsfähigkeit junger Menschen wichtige Themen in KOMPASS. Das Menu "Aktiv werden!" beschäftigt sich explizit mit Handlungsmöglichkeiten und stellt einfache Ideen für gemeinschaftliche Aktionen zum Thema Menschenrechte vor. Hier finden Sie auch eine Projektbörse, sowie Links zu relevanten Institutionen in der Schweiz, Deutschland und Österreich.[Zitat]

Darüber hinaus unterstützen alle Gruppenübungen die Entwicklung spezifischer Schlüsselfertigkeiten, die für die Organisation und Durchführung von Aktionen in der Gemeinschaft nützlich sind. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen des Europarat-Projekts „Demokratiepolitische Bildung" (Education for Democratic Citizenship - EDC) nutzt KOMPASS einen pluralistischen Zugang. Hierbei wird die Menschenrechtsbildung als tägliche Praxis auf der Grundlage des experimentellen und erfahrungsbezogenen Lernens eingeführt mit dem Ziel, Kompetenzen und Initiativen in einem dauerhaften und sich verändernden Prozess zu mobilisieren.

Die Empfehlungen des eben angesprochenen Programmes „Demokratiepolitische Bildung: eine Perspektive lebenslangen Lernens" sind auch für die Arbeit mit KOMPASS maßgebend und unterstützen das Anliegen, durch Menschenrechtsbildung nachhaltige Veränderungen zu initiieren:

  • Praktiker/innen sollen direkt in die Planung, Supervision, Durchführung und Bewertung ihrer eigenen Fortbildung eingebunden werden
  • Das Know-how und die praktischen Erfahrungen von bewusst handelnden Menschen sollen zur Lösung konkreter gesellschaftlicher Probleme genutzt werden.
  • Innovative, basisdemokratische Bildungsinitiativen sollen gefördert werden.
  • Die Autonomie von in der Bildungsarbeit Tätigen soll verstärkt werden, so dass sie spezifische Aktionsformen in Anbindung an das örtliche Gemeinwesen, die Gesellschaft und gesellschaftliche Partner entwickeln können.
  • Die Bildung von Netzwerken, Gemeinschaftsprojekten und Aktivitäten soll ebenso gefördert werden wie die Kommunikation zwischen Praktiker/innen und Entscheidungsträger/innen.

Zitat

„Hab niemals Angst, deine Stimme ... gegen Ungerechtigkeit, Lüge und Gier zu erheben. Wenn sich die Menschen überall auf der Welt ... daran halten würden, dann würde sich die Welt verändern.“

William Faulkner