Ein umfassender Ansatz

Das Verständnis von Menschenrechtsbildung des KOMPASS  ist in mehrerlei Hinsicht umfassend. Zunächst wurde versucht, die verschiedenen Dimensionen des Lernens und Handelns - Wissen, Einstellungen und Kompetenzen - gleichberechtigt anzusprechen. Des Weiteren richtet sich KOMPASS an ein breites Publikum - sowohl das Alter betreffend als auch die eigene Rolle in der Bildung. KOMPASS kann in der außerschulischen Bildung ebenso erfolgreich verwendet werden wie im Schulunterricht, in einer Projektwoche oder auf einer Klassenfahrt. Und nicht zuletzt gab es die Bemühung, die Themen und Inhalte durch teilnehmendes und aktives Lernen mit relevanten lokalen und globalen Themen wie Entwicklung, Umwelt, interkulturelle Beziehungen und Frieden zu verbinden. Da Menschenrechtsbildung nicht ausschliesslich als eigenständiges oder abgekoppeltes Lernfeld zu verstehen ist, wurde daher bewusst ein interdisziplinärer Anspruch gewählt. [Zitat]

Der Einsatz partizipativer Aktivitäten war ein zentrales Anliegen bei der Erstellung von KOMPASS. Untersuchungen zeigen, dass kooperativ strukturierte Kleingruppenarbeit den Gruppenzusammenhalt fördert und Vorurteile zwischen Einzelnen abbauen hilft. Zusammenarbeit in der Gruppe verbessert das Verständnis komplexer Zusammenhänge sowie die Fähigkeit zur Problemlösung, indem sie die Teilnehmenden in die Lage versetzt, gemeinsam kreative und praktikable Lösungen zu entwickeln. Junge Menschen jederzeit partizipativ in den Lernprozess mit einzubeziehen, ist Teil der Zielsetzung von Menschenrechtsbildung. Daher ist ein zentraler methodischer Ansatz von KOMPASS die aktive Nutzung des reichen Erfahrungsschatzes der Teilnehmenden, um die Bildungsaktivitäten interessant und wirkungsvoll zu gestalten. Fragen der Teilnehmenden, oft sogar Konflikte, sollten als grundlegende Ressourcen betrachtet werden, die im Bildungsprozess fruchtbar gemacht werden können.[Zitat]

Zitate

„Der Begriff ,Bildung‘ umfasst den Gesamtprozess des sozialen Lebens, innerhalb dessen Einzelpersonen und gesellschaftliche Gruppen es lernen, in ihrer eigenen Gesellschaft und im Rahmen der gesamten Weltgemeinschaft ihre persönlichen Fähigkeiten und Einstellungen, ihr Können und ihr Wissen bewusst und bestmöglich zu entfalten.“

UNESCO Empfehlungen, 1974

„Was ich höre, vergesse ich. Was ich sehe, daran erinnere ich mich. Was ich tue, verstehe ich.“

Konfuzius